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Siebdruck

Foto eines Siebdrucks
Ausschnitt Siebdruck „Nachtwache“

Das Prinzip des Siebdrucks geht auf die Schablonentechnik zurück. Das Sieb, das aus einem auf einen Rahmen gespannten, feinmaschigen Gewebe besteht, bleibt an den zu druckenden Stellen farbdurchlässig – nicht zu druckende Teile werden zur Farbhemmung abgedeckt.

Die Farbübertragung geschieht mittels einer Gummirakel, die die Farbe durch die offenen Partien des Gewebes auf das Papier oder einen anderen Druckträger, wie zum Beispiel Stoff oder Karton, presst.

Die Schablone kann entweder manuell gefertigt (ausgeschnitten, gerissen, geklebt oder aufgemalt) oder aber mit Hilfe einer lichtempfindlichen Schicht und fototechnischer Übertragung auf das Sieb belichtet werden.

Mehrfarbiger Siebdruck

Ein Sieb wird in der Regel in einer Farbe gedruckt. Für mehrfarbige Drucke wird mit mehreren Sieben gearbeitet, die nacheinander gedruckt werden. Befinden sich verschiedenfarbige Motive auf einem Sieb, werden die Motive abgeklebt und trotzdem nacheinander gedruckt. Dabei können die Farben nebeneinander, aber auch überlappend gesetzt werden, um neue Mischtöne zu erzeugen. So können in wenigen Druckgängen eine Vielzahl von Farbtönen erreicht werden.

Fototechnische Übertragung

Durch die fototechnische Übertragung können auch fotografische Vorlagen, Collagen oder Text mit einbezogen werden. Allerdings berücksichtigt die Schablonentechnik keine Halbtöne, d.h. es wird mit rein schwarz-weißen, eventuell aufgerasterten Vorlagen gearbeitet. Für digitale Vorlagen eignet sich der bitmap-modus.

Die Vorlagen für die fototechnische Übertragung müssen sich auf transparentem Trägermaterial befinden, d.h. auf Transparentpapier oder Folie. Sie können kopiert oder ausgedruckt, aber auch manuell gefertigt, also auf Folie gezeichnet oder gemalt werden. Eine Vielzahl von Zeichenmaterialien eignen sich zur Übertragung auf das Sieb, sofern sie deckend aufgetragen werden: Tusche, Deckfarbe, Wachskreiden, weiche Graphitstifte…Malerische Pinselstriche und feine Federzeichnungen können ebenso im Siebdruck wiedergegeben werden wie exakte Farbflächen und fotografische Motive.

 

Im Druckbild: Linienzeichnung – Pinselstrich – Graphit-Frottage

Für die fototechnische Übertragung wird das Sieb mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen und anschließend mit einer Vorlage belichtet. Das belichtete Sieb wird mit einem Wasserstrahl entwickelt. Dabei werden ungehärtete Stellen der Siebschicht (in der Vorlage schwarz, bzw. lichtdicht) ausgewaschen. An diesen Stellen bleibt das Sieb farbdurchlässig. Die gehärtete Siebschicht verschließt in den übrigen Bereichen das Siebgewebe und bildet so die gewünschte Schablone.

Charakter

Im Vergleich zu anderen Druckverfahren zeichnet sich der Siebdruck aus durch eine hohe Farbkraft und einen reliefartigen Farbauftrag. Der Siebdruck ermöglicht, Materialien verschiedenster Art und Form zu bedrucken.  Auch Großformate sind im Siebdruck kostengünstig und mit relativ geringem Aufwand zu bewerkstelligen.

Fernab der perfektionierten, professionellen Ausrüstung der kommerziellen Siebdruckwerkstätten gibt es im künstlerischen Bereich auch mit einfachen Mitteln Möglichkeiten, den Siebdruck kreativ zu nutzen.

Als Beispiel für eine Realisation in Siebdruck finden Sie in der Büchergalerie 2010 das Leporello "Nachtwache", Ergebnis einer Kooperation zwischen Miriam Zegrer und Noémie Privat (atelier tailletaille, Marseille). In den Kompositionen der "Nachtwache" mischen sich Linien- und Pinselzeichnungen mit in den Siebdruck übertragenen Holzschnitten.

Sprache

  • deutsche Flagge
  • Drapeau français

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